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Miriam Bajtala, Künstlerin Wien miriambajtala.org de
OHNE NAMEN
3teilige Installation für das TM
Legende
3 teilige Installation: Glasftafel, Soundinstallation, Video "Pendel" / 2009

Die Ehrentafel imTechnischen MuseumWien erinnert an die Gründer und Stifter des Hauses. Dass 1925 eine andere Tafel aufgestellt war, ist kaum bekannt. 1942 ließ man die erste Steinplatte wegen zweier jüdischer Namen entfernen und durch eine neue ersetzen, auf der alle Gründer und Stifter fehlen.
Die Künstlerin Miriam Bajtala macht diesen Akt mit einer multimedialen Intervention sichtbar. Zum einen greift sie darin den Standort der Tafel auf, das Stiegenhaus: Es ist zwar ein zentraler Erschließungsraum, lädt aber kaum zum Innehalten und Verweilen ein. Zum anderen lässt sie die Geschichte der Tafel über markante Auszüge aus den Aufzeichnungsprotokollen lebendig werden. Ihr Eingriff schenkt auf subtile Art dem Standort der Ehrentafel Aufmerksamkeit und macht seine Geschichte erfahrbar. (Text: Programmbuch, 100 Jahre ™)

zu: halbdurchlässiges Glasobjekt
 Vor der Ehrentafel, im Abstand von etwa 100 cm, wird ein 18 mm dickes „Glas“ montiert, das die Grösse der 1942 angebrachten Tafel aufweist. Von der Stiegenseite kommend, ist das Glas durchsichtig und wird als „Filter“ zwischen Blick und Ehrentafel wahrgenommen. Von der Ehrentafel ausgehend, wenn der/die BetrachterIn zwischen Ehrentafel und Glasobjekt steht, ist das Objekt undurchsichtig und mutiert zu einem Spiegel (halbdurchlässiger Spiegel / Verhörspiegel). Die in den Spiegel schauende Person, sieht gleichzeitig sich und die Ehrentafel im Rücken.

zu: Soundinstallation:
Teile aus den Aufzeichnungsprotokollen von 1942, die Ehrentafel betreffend, werden von einem Sprachcomputer-programm gesprochen. Die maschinellen, entpersönlichten, „menschlich“ unemotional betonten Texte der Protokolle von 1942 werden wörtlich durch eine Spracherkennungscomputersoftware markiert. Der maschinell gesprochene Text bildet auch eine Verbindungslinie zu dem Film, der maschinell die Strecke der Ehrentafel unaufhörlich abscannt.
          mono (Box 1) text: Verwaltungsarchiv TMW,Aktenzahl 1080, 21.November, 1941: Beim Kreisamt für Technik ist eine Meldung eingelangt, dass es öffentliches Ärgernis erregt, dass auf der seinerzeit angebrachten Widmungstafel noch immer die Namen Rothschild undWetzler prangern. Es wird um Abhilfe gebeten.. Aktenvermerk, 8.Dezember 1941: Eine Entfernung der beiden Namen durch Ausmeisseln würde nur auffallend wirken. Es kommt bloss die Entfernung der Tafel und Ersetzung durch eine neue unter Fortlassung der beiden Judennamen in Frage.Aktenzahl 1155, 10.Dezember 1941: Kosten für die neuaufzustellende Tafel sollen erhoben werden, unter Beibehaltung des bisherigen Textes sollen die Namen sämtlicher Stifter und Gründer weggelassen werden..
          mono (Box 2) text: 20.Oktober, 2008, Werkvertrag, Punkt 2, Gegenstand der Leistung: Die Künstlerin Miriam Bajtala ist eingeladen zumThema „Sichtbarmachung der Geschichte der Ehrentafel des Technischen Museums Wien/ Auslöschung der jüdischen Namen Wetzler und Rothschild“ bzw. zu diesem Anhaltspunkt weiterführende Aspekte“ eine Arbeit zu entwickeln.
 

zu Video Pendel: Entlang der Ehrentafel werden knapp nebeneinander 25 Videokameras montiert. Alle Kameras schauen, einer Linie entlang, parallel nebeneinander, in Richtung Stiegenhaus. Genau gegenüber befindet sich ein foucaultsches Pendel.
Alle 25 Kameras filmen gleichzeitig die Aktion: MitarbeiterInnen des TMW gehen an der Ehrentafel vorbei. Es entstehen 25 gleichlange Filme mit unterschiedlichen, parallel versetzten, Blickwinkeln der Kameras, entlang der „Ehrentafel-Linie“. Die einzelnen 25 Filme werden so zu einem Film ineinander verschnitten, dass der entstehende Endpräsentationsfilm räumlich aufgeschlüsselt wird („Zeit wird auf Raum umgelegt“) und das 25 fache dauert, bei einem Einsatz von 25 Kameras.
Der gesamte Film zeigt eine extreme Zeitlupe von der Aktion und folgt dabei einer räumlichen Ordnung. Sichtbar ist ein Film, der nicht zeitlich sondern räumlich geordnet ist. Der aus 25 Standpunkten zusammengesetzte Blick von “Pendel” zeigt ein scannerartiges Abtasten der Bildobefläche, von links nach recht und zurück von rechts nach link ... usw., bis alle einzelnen Frames der 25 Filme, neu geordnet, den Endpräsentationsfilm “Pendel” ergeben. Oliver Stotz hat dafür ein Programm geschrieben.